Lieber spät als nie. Hier ist der Bericht der Bezirksmeisterschaften der Erwachsenen einschließlich ein paar Bilder.

Na gut, die Sonne hätte sich, gerade am Abschlusswochenende, häufiger mal blicken lassen können. Und der heftige Wind, der immer wieder über die Anlage des TC Rot-Gold Voerde wehte, brachte viele Spielerinnen und Spieler im Laufe der sieben Tage zur Verzweiflung. Doch auf das Wetter hatten die Organisatoren der Tennis-Bezirksmeisterschaften für Erwachsene und Senioren naturgemäß keinen Einfluss. Immerhin blieben Veranstalter, Zuschauer und Akteure von längerem Dauerregen verschont, alle Partien konnten draußen ohne größere Verzögerungen über die Bühne gehen – auch am Endspieltag, an dem an der Steinstraße zeitgleich fünf unterhaltsame und teilweise hoch spannende Begegnungen zu sehen waren.

Besonders eng ging es bei den Damen der offenen Klasse zu. Hier wehrte Nina Knippert von der Dinslakener TG Blau-Weiß im Finale sogar zwei Matchbälle ab, bevor sie sich doch noch mit 4:6, 7:5, 10:4 gegen Stefanie Mehlich vom Buschhausener TC durchsetzte. Es war das längste und zugleich interessanteste Finale, weil beide Spielerinnen fast durchweg auf einem Niveau agierten und sich immer wieder lange, packende Ballwechsel lieferten. Als Mehlich im zweiten Durchgang schon mit 5:3 und 40:15 führte, sah es danach aus, als würde sich das etwas druckvollere Spiel der Oberhausenerin durchsetzen können, doch die 19-jährige Knippert behielt die Nerven, machte in der Folge fast keinen Fehler mehr und behielt im Match-Tiebreak gegen eine nun recht verzweifelt wirkende Kontrahentin klar die Oberhand. „So gut habe ich sie lange nicht gesehen“, schwärmte Vater Wolfgang vom Auftritt der frisch gebackenen Bezirksmeisterin, die nach dem Rückzüg der DTG-Damen aus der Regionalliga zuletzt kaum noch in Erscheinung getreten war und sich ganz spontan zu den Titelkämpfen angemeldet hatte.

Die Knipperts hatten an diesem Wochenende noch mehr Grund zur Freude, denn Ninas Mutter Claudia feierte bei den Damen 50 Siege über Birgit Benninghoff vom TC Rot-Gold Voerde (6:2, 6:1) und über Ursula Schmenk vom TV Jahn Königshardt (4:6, 6:3, 10:5), was ebenfalls die Bezirksmeisterschaft bedeutete. Platz zwei holte Benninghoff, die sich gegen Schmenk mit 6:2, 6:3 durchsetzte.

Neben Mutter und Tochter sorgte Josef Mandelartz bei den Herren 70 für den dritten Titel der Dinslakener Blau-Weißen. Er gewann gegen Helmut Kühn vom TC Rot-Weiss Dinslaken (6:2, 6:3) und gegen seinen Vereinskameraden Rainer Küpper (7:5, 6:3), der am Ende Platz zwei belegte.

Hätte Stefanie Mehlich einen ihrer zwei Matchbälle verwertet, wäre es der zweite Titel für den Buschhausener TC gewesen, denn eine halbe Stunde vor dem Ende der Damen-Partie hatte sich deren Vereinskollege Lars Wolthaus die Bezirksmeisterschaft der Herren 40 gesichert. Nach einem sehr engen und langen ersten Durchgang war Wolthaus im zu erwartenden Finale gegen seinen „Dauerrivalen“ Sven Kanthack vom TK 78 Oberhausen im zweiten Satz der klar bessere und vor allem sicherere Spieler, gewann schließlich mit 7:6, 6:1.

Bei den Herren der offenen Klasse setzte sich der nach der krankheitsbedingten Absage des Oberhauseners Dominik Pfeiffer deutlich favorisierte Tim Knipping von TuB Bocholt mit 6:3, 6:2 gegen den jungen Überraschungsfinalisten Niklas Müller vom TC Raadt durch. Knipping hatte zuvor mit Robin Börger und Nils Watenphul zwei Talente des TC Rot-Weiss Dinslaken ausgeschaltet, die im Turnierverlauf ebenfalls auf sich aufmerksam machen konnten.

Die Rot-Weissen hatten am Endspieltag trotzdem noch ein Ass im Ärmel, doch Frank Otto musste sich bei den Herren 50 nach zähem Widerstand mit 4:6, 4:6 gegen den an Position eins gesetzten Thomas Klimanek vom Oberhausener THC geschlagen geben. Otto hatte sich im Vorfeld nicht viel ausgerechnet, musste aber hinterher konstatieren: „Schade, vor allem im zweiten Satz war etwas drin.“

Bei den Herren 50 kam es – nicht ganz überraschend – zu einem reinen Meidericher Finale. Manfred Gautzsch besiegte hier seinen MTC 03-Mannschaftskollegen Ralph Cervik mit 6:2, 6:3. Ein Ergebnis, das am Ende deutlicher wirkte, als es die Partie mit vielen umkämpften Bällen eigentlich vermuten ließ.

„Wir haben heute viele gute und vor allem auch spannende Finals gesehen. Insbesondere das Finale der Damen war aus meiner Sicht richtig sehenswert“, erklärte Lutz Benninghoff, Vorsitzender des gastgebenden TC Rot-Gold und des veranstaltenden Tennis-Bezirks 2, bei der Siegerehrung. Sehr erfreut zeigte sich Benninghoff außerdem über den guten Zuschauerzuspruch während der gesamten Woche.

Nachdem die letzten Auflagen beim Club Raffelberg über die Bühne gegangen waren, hatten sich die Verantwortlichen entschieden, einmal einen neuen Ort für die Titelkämpfe auszuprobieren. In Voerde wollte man vor allem auch die Tennisfreunde aus dem Bocholter und Weseler Raum anlocken, doch die Teilnahmen von dort hielten sich in engen Grenzen. Dafür meldeten viele Akteure aus den Dinslakener und Voerder (hier vor allem Rot-Gold) Vereinen. Mit rund 70 Meldungen verzeichneten Bezirkssportwart Thomas Naumann und der neue Wettspielleiter Kai Güßbacher, die vor und während der Turniertage für einen reibungslosen Ablauf sorgten, in etwa die Teilnehmerzahlen der Vorjahre. Beide sehen aber noch deutlich Luft nach oben, zumal in anderen Bezirken viel mehr Spielerinnen und Spieler melden. Unzufrieden waren die Organisatoren mit der gesamten Woche trotzdem nicht: „Wir hatten ausnahmslos faire und vor allem viele spannende Spiele. Die ein oder andere Überraschung war auch dabei“, erklärte Naumann, der nun hofft, dass im nächsten Jahr noch mehr und noch größere Felder zustande kommen. Die nächste Auflage der Veranstaltung findet 2017 beim TC Rot-Weiss Dinslaken statt.